Chemische Sonnencreme vs. mineralische Sonnencreme: Was ist der Unterschied?
Was steckt in konventioneller Sonnencreme, und was passiert in der Haut?
Chemische UV-Filter wie Oxybenzon, Octinoxat, Avobenzon oder Homosalat absorbieren UV-Strahlen und wandeln sie in Wärme um, bevor sie die Haut schädigen können. Das hat aber einen Haken: Diese Moleküle sind klein genug, um durch die Hautschichten zu diffundieren und in den Blutkreislauf zu gelangen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat es in zwei Studien, veröffentlicht 2019 und 2020 im Fachjournal JAMA, klar nachgewiesen. Bei 48 gesunden Probanden wurden alle sechs untersuchten Filter schon ab dem ersten Anwendungstag im Blut gefunden. Die Plasmakonzentrationen von Homosalat und Oxybenzon lagen dabei noch am 21. Tag über dem von der FDA festgelegten Grenzwert. Die Haut scheint dabei wie eine Art Speicher zu wirken. Die Zürcher Toxikologin Margret Schlumpf konnte Oxybenzon ausserdem in der Muttermilch nachweisen.
Tierversuche und In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass einige dieser Filter als endokrine Disruptoren wirken könnten. Sie binden sich möglicherweise an Hormonrezeptoren im Körper und stören so das natürliche Hormonsystem. Für Oxybenzon wurde eine östrogene Aktivität beobachtet, für Octinoxat eine antiandrogene und anti-thyroidale Wirkung. Gerade in der Entwicklungsphase, bei Kindern und in der Schwangerschaft, ist das Hormonsystem besonders sensibel.
Oxybenzon und Octinoxat schädigen nachweislich auch Korallenriffe und sind toxisch für Meeresorganismen. Hawaii hat beide Substanzen deswegen bereits verboten. Mineralische Filter auf Non-Nano-Zinkoxid-Basis hingegen gelten nach aktuellem Forschungsstand als riffsicher.
Mineralisch ist besser, aber nicht alles Mineralische ist gleich
Mineralische Filter legen sich auf die Haut und reflektieren sowie streuen die UV-Strahlen, ohne in den Körper einzudringen. Sie wirken sofort nach dem Auftragen und sind gut verträglich, auch für empfindliche Haut und Babys. Aber auch hier lohnt ein genauerer Blick, denn nicht alle mineralischen Filter sind gleichwertig.
Titandioxid ist ein günstiger und weit verbreiteter mineralischer Filter. Er schützt gut gegen UVB-Strahlen, seinen Schwachpunkt hat er aber im UVA-Bereich, wo der Schutz deutlich geringer ausfällt. Zudem zeigte eine französische Studie aus dem Jahr 2017 im Tierversuch einen Zusammenhang zwischen Nano-Titandioxid und schweren Darmentzündungen. Die EU hat Titandioxid daraufhin 2022 als Lebensmittelzusatzstoff in Lebensmitteln verboten. In Kosmetika ist es weiterhin zugelassen, die Diskussion läuft aber.
Zinkoxid bietet einen umfassenderen Schutz. Er deckt sowohl UVB- als auch UVA-Strahlen breit ab, wirkt beruhigend auf empfindliche Haut und verursacht weitaus seltener Reizungen. Toxikologisch ist er nach aktuellem Forschungsstand der am besten dokumentierte und sicherste mineralische Filter.
Sowohl Zinkoxid als auch Titandioxid gibt es in zwei Formen, als Nanopartikel und als Non-Nano-Partikel. Nanopartikel sind so klein, dass ihre mögliche Aufnahme über die Haut untersucht wird. Non-Nano-Zinkoxid hingegen bleibt nachweislich an der Hautoberfläche. Australische Forscher haben gezeigt, dass selbst nach mehrfacher täglicher Anwendung keine erhöhten Zinkoxidwerte unterhalb der Hornschicht nachweisbar sind. Es schützt von aussen, ohne in den Körper einzudringen.
Zinkoxid kann unter UV-Einwirkung in geringem Mass freie Radikale bilden, reaktive Moleküle, die Zellschäden verursachen können. Deshalb ist es sinnvoll, eine Sonnencreme zu wählen, die nicht nur physikalisch schützt, sondern gleichzeitig Antioxidantien enthält, die diese freien Radikale abfangen, bevor sie Schaden anrichten. Eine Art zweite Verteidigungslinie, direkt dort, wo der Filter aufhört.
Noch eine persönliche Erfahrung
Sarahs Mann litt jahrelang unter Juckreiz und kleinen Pickeln in der Sonne. Konventionelle Sonnenschutzmittel änderten daran kaum etwas. Seit er auf mineralischen Sonnenschutz umgestiegen ist, bleibt die Reaktion aus. Mineralische Filter decken das UV-Spektrum breiter ab als viele chemische Filter. Gerade UVA-Strahlen, die häufig solche Hautreaktionen auslösen, werden besser abgefangen. Wir sind keine Ärzte und können keine Garantien geben. Aber der Unterschied ist da.
Last but not least
Sonnenschutz ja, aber bitte nicht vergessen, dass Sonnenlicht auch lebenswichtig ist. Vitamin D, das unser Körper zu 80 bis 90 Prozent über UVB-Strahlung in der Haut bildet, spielt eine zentrale Rolle für das Immunsystem, die Knochengesundheit und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Ein Mangel ist in unseren Breitengraden weit verbreitet und entsteht oft schlicht dadurch, dass wir zu wenig Zeit draussen verbringen.
Morgens oder abends, wenn die Sonne tiefer steht und die Hitze erträglicher ist, ist ein guter Moment für einen Spaziergang ohne Sonnencreme. Gesicht, Arme und Beine unbedeckt. Die UVB-Strahlung ist zu diesen Zeiten zwar schwächer als zur Mittagszeit, was bedeutet, dass man etwas mehr Zeit braucht. Aber die Haut wird nicht verbrannt, und der Körper kann trotzdem Vitamin D bilden. Zwei- bis dreimal pro Woche, 15 bis 20 Minuten, reichen im Sommer oft aus.
Zur Mittagszeit, wenn die Sonne am stärksten ist, schützt man sich am besten mit Kleidung und einem Hut. Sonnenbrand sollte unbedingt vermieden werden, er schädigt die Haut nachhaltig und erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs.
Wir sind sehr froh, eine Sonnencreme gefunden zu haben, die all diese Punkte vereint: Non-Nano-Zinkoxid für den Schutz, der auf der Haut bleibt, und Astaxanthin als Antioxidant, eines der stärksten, die die Natur kennt, um freie Radikale abzufangen, bevor sie Schaden anrichten.